Meine Reise nach Madeira
Während meine Kollegen auf Madeira sind, denke ich an meine Reisen auf diese schöne Insel:
Für meinen Aufenthalt auf Madeira wählte ich das Hotel Quinta Jardim da Serra. Dieses Hotel liegt im Hinterland von Funchal und bietet eine gute Ausgangslage, um den Süden der Insel zu erkunden. Desweiteren bietet das Hotel einen Shuttleservice in die Innenstadt Funchals an. Somit konnte ich meinen Mietwagen am Hotel stehen lassen und auch das Nachtleben der Hauptstadt näher kennenlernen.
Von meinem ersten Tag auf der Insel hatte ich leider nicht mehr viel, da das Flugzeug erst gegen 16 Uhr landete. Ich bezog mein Zimmer und erkundete das Hotel sowie die nähere Umgebung. Im Dorf befindet sich ein kleiner Laden, in welchem man die nötigsten Dinge kaufen konnte. Ich entschloss mich für eine Flasche Madeirawein und genoss die Abendstimmung von meinem Balkon aus.




Am zweiten Tag nutze ich den Shuttleservice nach Funchal. Mein erster Stopp war die Markthalle (Mercado dos Lavradores). Selbst wenn man nichts kaufen möchte ist diese Halle einen Besuch wert. Es ist interessant das Treiben zu beobachten und allein die Halle ist sehenswert, da die Gänge mit Fliesenbildern dekoriert sind und der Innenhof in ein Blumenmeer verwandelt wurde. Viele Verkäufer tragen die typischen Trachten und lassen ihre Ware verkosten. Nachdem sich das Treiben langsam beruhigte, machte ich mich auf den Weg zur Touristeninformation in der Av. Arriaga 18. Hier gibt es kostenloses Informationsmaterial sowie Stadt- und Landkarten. Das Personal kann bei Fragen auch auf Deutsch weiterhelfen. Somit bietet das Büro immer einen guten Anlaufpunkt, um sich über die Insel und deren Angebot zu informieren.
Ausgestattet mit den wichtigsten Informationen verbrachte ich den Nachmittag damit die schöne Altstadt zu erkunden. Mein Rundgang führte mich vom alten Zollhaus (Alfandega Velha), zur ältesten Festung der Stadt (Palacio Fortaleza Sao Lourenco) bis hin zum Stadttheater. Zum Abschluss besuchte ich die Quinta Magnolia. Der Park liegt etwas am Standrand und bietet mit seiner üppigen Vegetation einen schönen Punkt, um zu verweilen und den Tag nach vielen Eindrücken ausklingen zu lassen.




An meinem dritten Tag wollte ich wissen, was der Südwesten der Insel zu bieten hat. Meinen ersten Stopp machte ich in Camara de Lobos, einem beschaulichen Fischerdörfchen, dass schon Churchill begeisterte. Meinen kleinen Bummel durch die Stadt startete ich am bekannten Aussichtspunkt Churchills bis hinunter zum Kai, wo die Fischer sich nach getaner Arbeit zu einer Partie Domino treffen. Auf dem Rückweg kam ich an der Pfarrkirche Sao Sebastiao vorbei. Diese geht auf die Anfänge des Ortes zurück. Heute schmücken die typischen Fliesenbilder sowie einige Altäre die Kirche. Wieder am Parkplatz angekommen führt mich meine Tour weiter zum Cabo Girao. Einem Aussichtspunkt 580 m über dem Meer. Von hier hat man eine atemberaubende Aussicht über die Südküste Madeiras. Interessant ist auch das anliegende Informationshäuschen. Die alten Fotos vom Ende des 19 Jh. zeigen u.a. auch einige Prominente und wie diese ihren Urlaub verbracht haben. Meinen Nachmittag verbringe ich mit einer der schönste Levadawanderung der Insel. Ich wandere entlang der Levada Risco und Levada 25 Fontes.



Für den vierten und letzten Tag habe ich mir vorgenommen den Nord-Osten der Insel zu erkunden. Ich startete meine Tour am östlichsten Ort der Nordküste, in Porto da Cruz. Mehrere kleine Bäche münden hier ins Meer und an ihren Ufern befindet sich noch heute eine der letzten erhaltenen Zuckerrohrmühlen, die Companhia dos Engenhos do Norte. Hier zeigte man mir wie noch auf traditionelle Art Zuckerrohr verarbeitet wird. Nach diesem interessanten Erlebnis führte mich mein Weg weiter entlang der weitläufigen Promenade. Porta da Cruz besitzt ein geschütztes natürliches Meerwasserschwimmbecken. Für mich war dies eine ideale Gelegenheit, an solch einem warmen Sommertag eine kurze Erfrischung zu genießen. Abgekühlt und erholt stieg ich danach ins Auto, um meine Tour entlang der Küste fortzusetzen. Ich fuhr gen Westen und erreichte nach kurzer Zeit zwischen einigen grünen Hügeln gelegen, die Stadt Santana. Die größte Gemeinde der Nordküste ist umrahmt von einer der schönsten Landschaften der Insel. An den Hängen gedeihen Malvasiertrauben, auf den Feldern wächst Gemüse und in den Vorgärten der mit Stroh gedeckten Häuser verbreiten die schönsten Blumen ihrer ganze Farbenpracht. Vom Hunger angetrieben suchte ich nach einem Restaurant und fand oberhalb der Straße zum Pico Ruivo, das O Rancho Madeirense. Ein rustikales Restaurant mit bepflanzten Innenhof und einem gläsernen Pavillon. In der Speisekarte gab es in erster Linie deftige Speisen vom Grill. Ich bestellte mir Grillfleisch mit Beilagen und erhielt eine sehr große Portion lecker zubereitetes frisches Fleisch. Ich genoss das Essen, das schöne Wetter, bedankte mich beim Wirt für das super Essen und machte mich auf den Weg in Richtung Sao Jorge, um dort den Tag ruhig ausklingen zu lassen.
Die Fahrt von Santana nach Sao Jorge führte mich durch ein Tal mit hohen Felswänden, an denen zahlreiche farbenprächtige Pflanzen empor kletterten und rauschende Wasserfälle die Wände herunterstürzen. Eine der schönsten Autofahrten die ich je erlebt habe. Ich folgte der Ausschilderung „Praia“ und gelangte zu den eindrucksvollen Ruinen des alten Sao Jorge. An einem kleinen Café machte ich halt und genoss die Aussicht. Langsam neigt sich die Sonne und es wird Zeit für mich gen Hotel aufzubrechen.



Ich bin gespannt, was meine Kollegen berichten, wenn Sie wieder von Madeira zurück sind.
20.3.2010 bei 11:30
Nach Madeira zieht es mich auch schon länger. Bisher hab ich es aber nie geschafft. Dein Reisebericht hat die alte Sehnsucht wieder ein bißchen geweckt. Wie steht es denn um den Tourismus nach dem schrecklichen Unwetter dort im Februar?
21.3.2010 bei 13:11
Peter Reich, Cam. d. Ribeira Funda, Madeira
Madeira, der große Frühjahrsputz
Oder: 14 Tage nach der großen Schlammflut
Am 20.02.2010 ging die Welt beinah unter. Riesige Schlammmengen verwüsteten einige Teile Madeiras. Gemütlich vor sich hin plätschernde Ribeiras (Bachläufe) verwandelten sich ohne Vorwarnung in alles mit sich reißende Ungetüme. Statt klarem Bergwasser kamen Flutwellen schokoladen brauner Stein-und Geröllmassen. Alles wurde mit gerissen, egal, ob Häuser, Brücken oder Autos.
Bereits am Sonntag, 21.02.2010 war jeder in den betroffenen Gebieten am Aufräumen, egal ob es sein Eigentum betraf, oder das der Nachbarn. Private Hilfsdienste wurden etabliert, die Versorgung einiger abgelegener Ortschaften im Landesinneren so weit wie irgend wie möglich realisiert.
Betroffen waren von den sintflutartigen Regenfällen allerdings nur einige Orte auf der Südseite Madeiras.
Heute, 07.03.2010 hat sich das Leben in den meisten Orten normalisiert. Es ist unglaublich, welche Solidarität hier auf der „Perle im Atlantik“ entstanden ist. Alle Ortschaften sind wieder erreichbar, Strom, Wasser, Telefon und Datennetze funktionieren wie gewohnt. Bei einigen Straßen bedarf es jedoch noch einiger Kosmetik, Löcher und teilweise einspurige Verkehrsführung sind bei der Menge an entstandenen und behobenen Schäden eigentlich überhaupt nicht erwähnenswert!
Einige Küstenstreifen haben ein neues Outfit erhalten, in Funchal liegt die Jacht der Ex-Beatles nun ca. 100 mtr im Land! In Funchal wird an den am stärksten betroffenen Straßen noch unermüdlich repariert, die Ober-, sowie Unterstadt sind aber wieder völlig ungehindert passierbar. Die Leute sitzen bei ca. 21 Grad wie üblich vor den Bars und Restaurants und genießen das Leben!
Der Hafen sieht etwas verändert aus, aber die „dicken Pötte“ laden ihre Touristenfracht wie gewohnt in Funchal aus. Reisebusse und Stadtbusse fahren wie immer.
Der Flugverkehr läuft ganz normal, wie jeden Frühling!
Diese Perle im Atlantik hat zwar noch einige Flecken, aber das Leben geht hier seinen ganz normalen Gang! Ich bin stolz darauf, ein Bestandteil dieser Insel zu sein, denn wo sonst hätte es eine Gemeinschaft geschafft, innerhalb von 14 Tagen solche immensen Schäden zu beseitigen. Die Natur hat daran erinnert, dass ihre Spielregeln nicht von Menschen gemacht werden. Wenn man die riesigen Felsen sieht, die die Ribeiras passierten, kommt man sich wirklich winzig vor! Madeira braucht jetzt unbedingt Gäste, dieser schwimmende Blumengarten hat unendlich viele Eindrücke zu bieten, die man einfach selber erleben muss.
22.3.2010 bei 12:49
Ok, vielen Dank für die ausführliche Antwort und Grüße aus Deutschland. Hier wird es gottseidank auch langsam Frühling. Dieses Jahr werde ich es wohl nicht mehr schaffen, Madeira zu besuchen - schon viel zu viele Termine *seufz* - , aber für nächstes Jahr nehme ich es mir fest vor.
9.6.2010 bei 16:18
Madeira ist wirklich sehr schön, davon konnte ich mich letzten Oktober überzeugen. Anders als andere Inseln bzw. Städte im Mittelmeer ist Madeira nicht so von Touristen überlaufen und bietet alles von einer tollen Natur über Unternehmungsmöglichkeiten der unterschiedlichsten Art und auch Strand (Machico), wenn auch künstlich angelegt. Wir haben dort einen unsere schönsten Urlaube bisher verlebt. Der Aufenthalt dauerte zwar nur 2 Tage, wir waren während einer ins Mittelmeer auf Madeira, aber die Zeit hat auf jeden Fall gereicht um uns zu verzaubern. Besonders die Hauptstadt Funchal mit der Seilbahn zum Palast des Monte, der Botanische Garten, die Markthallen und die Museen haben uns gefallen. Nach Madeira werden wir auf jeden Fall nochmal reisen.
Liebe Grüße, Nathalie